Autor: Johannes Frey, edevis Gmbh

Zerstörungsfreie Rissprüfung mit Induktionsthermografie

Die zerstörungsfreie Prüfungvon Rissen in metallischen Schmiede- und einsatzgehärteten Bauteilen gewinntzunehmend an Bedeutung, insbesondere im Automobil- und Luftfahrtsektor. Rissekönnen die mechanische Festigkeit und Lebensdauer dieser Bauteile starkbeeinflussen und sind daher kritisch für die Produktqualität. Die von edevisentwickelte Induktionsthermografie-Technik bietet eine schnelle und präziseLösung für die berührungslose Qualitätskontrolle, indem Risse durchWärmeflussanalyse sichtbar gemacht werden.

Computerbildschirm zeigt eine Wärmebildaufnahme eines Werkstücks, das mit Induktionsthermografie geprüft wird.
ITvis testung mit normaler Kamera Prüfobjekt getestet mit Induktionsthermografie, IR Bild
VIS
IR

Einleitung

In Bereichen wie der Automobilindustrie, wo Langlebigkeit und Zuverlässigkeit von Bauteilen von größter Bedeutung sind, wird die Prüfung auf Risse und ähnliche Defekte in metallischen Komponentenimmer wichtiger. Durch die Induktionsthermografie können selbst feine Risse undMaterialdefekte zerstörungsfrei erkannt werden, was entscheidend zurQualitätssicherung und zur Einhaltung hoher Sicherheitsstandards beiträgt.

Sicherheitsaspekte: Risse in sicherheitskritischen Bauteilen wie Antriebswellen oder Getriebekomponenten können zu einem Versagen im Betrieb führen, das ernsthafte Schäden oder sogar Unfälle verursachen könnte. Die Inspektion dieser Bauteile minimiert dieses Risiko erheblich.

Leistungsoptimierung: Die einwandfreie Qualität metallischer Bauteile unterstützt ihre mechanische Festigkeit und verlängert ihre Lebensdauer, was zur Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems beiträgt.

Regulatorische Anforderungen: Vorschriften in sicherheitskritischen Industrien erfordern eine lückenlose Dokumentation und Verifizierung der Bauteilqualität. Eine zuverlässige Prüfung hilft, diese Anforderungen effizient zu erfüllen.

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Hintergrund

Die Rissprüfung bei Schmiedebauteilen oder einsatzgehärteten Bauteilen stellt aufgrund der hohen mechanischen Beanspruchung und der oft komplexen Geometrien eine Herausforderung dar. Traditionelle Prüfmethoden, wie z. B. die Magnetpulver-Prüfung, sind kostspielig und können in der Regel nicht gut automatisiert werden. Eine zerstörungsfreie, vollflächige Prüfung bietet hier klare Vorteile. Die Induktionsthermografie nutzt die Erwärmung durch Wirbelströme, die durch ein wechselndes Magnetfeld erzeugt werden, um den Wärmefluss in einem Bauteil zu analysieren. In Bereichen mit Materialfehlern, wie z. B. Rissen, verändert sich der Wärmefluss deutlich und kann durch eine Infrarotkamera sichtbar gemacht werden. Dieses Verfahren ermöglicht eine schnelle, präzise und automatisierbare Prüfung von Bauteilen und eignet sich besonders für Serienprüfungen in der Produktion.

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Abb. 1 Prinzip der Induktionsthermografie

Prinzip der Induktionsthermografie

Die Induktionsthermografie kombiniert eine induktive Erwärmung mit Infrarot-Thermografie und gehört zur Kategorie der aktiven Thermografie. Bei diesem Verfahren wird das Bauteil einem magnetischen Wechselfeld ausgesetzt, wodurch lokale Wirbelströme induziert werden. Die dadurch erzeugte Wärme verläuft im Material entlang der Bereiche ohne Defekte. An Stellen, an denen Risse oder andere Defekte vorhanden sind, kommt es zu einer ungleichmäßigen Wärmeverteilung, die von einer hochauflösenden Infrarotkamera erfasst wird.

Die Analyse der Temperaturverteilung ermöglicht eine detaillierte Prüfung und Identifizierung von Rissen sowie weiteren strukturellen Defekten im Material (z. B. Porositäten und Einschlüsse). Die Bildverarbeitungssoftware zeigt die Defekte als thermische Anomalien, wodurch auch kleinste Unregelmäßigkeiten zuverlässig detektiert werden können.

In Abbildung 2 sehen Sie ein typisches Beispiel einer Induktionsthermografie-Aufnahme. Links: Magnetpulver-Prüfung der Oberfläche; Mitte: Induktionsthermografie mit den identifizierten Rissstrukturen in vertikaler Richtung; rechts: Induktionsthermografie mit denidentifizierten Rissstrukturen in horizontaler Richtung.

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Abb. 2 Bilder eines Referenzkörpers für die Rissprüfung.
Links: Magnetpulver-Prüfung.
Mitte/Rechts: Induktionsthermografie mit verschiedenen Anregungsrichtungen.

Lösung

Das ITvis-System kombiniert einen leistungsstarken Induktor und eine präzise Infrarotkamera, die speziell für die Erkennung von thermischen Veränderungen im Bereich von Rissen und Materialunregelmäßigkeiten konzipiert ist. Der modulare Aufbau erlaubt eine Anpassung an verschiedene Bauteilgrößen und Geometrien, von kleinen Schmiedebauteilen bis hin zu größeren, gehärteten Komponenten.

Induktor: Ein hochfrequenter Induktor, dessen Leistung und Eindringtiefe auf die spezifische Bauteilgeometrie und das Material abgestimmt sind.

Infrarotkamera: Eine Hochleistungskamera erfasst thermische Veränderungen mit einer thermischen Auflösung von unter 20 mK und einer hohen Bildfrequenz für eine Echtzeitanalyse.

Software: DisplayIMG erlaubt eine automatisierte Bildverarbeitung und Defekterkennung. Phasenbilder und spezifische Algorithmen für die Rissanalyse ermöglichen eine klare und reproduzierbare Bewertung der Bauteilqualität.

Abb. 3 Bilder eines offenen Prüfkopfs für die Rissprüfung an Schiedebauteilen

Automatisierbarkeit und Inline-Integration

Das ITvis-Systemist vollständig automatisierbar und kann in bestehende Produktionslinienintegriert werden. Die Kommunikation über PROFINET, OPC-UA und TCP/IPerleichtert die Anbindung an SPS-gestützte Systeme und ermöglicht eine nahtloseIntegration in industrielle Prüfprozesse.

Vorteile der Induktionsthermografie

Kontaktlos und zerstörungsfrei

Schnell und präzise (≤ 1 Sekundepro Messung)

Hohe Wiederholgenauigkeit undSensitivität

Automatisierbar und inline-fähig

Hohe Fehlernachweisempfindlichkeit (vergleichbar mit Magnetpulverprüfung)

Aufwändige Vor- undNachbehandlung der Teile / Waschen entfällt

Abb. 4 ITvis Prüfanlage mit Rundtisch

Schlussfolgerung

Die Induktionsthermografie bietet eine effektive und zerstörungsfreie Methode zur Qualitätskontrolle von Schmiede- und einsatzgehärteten Bauteilen. Sie gewährleistet eine schnelle und zuverlässige Erkennung von Rissen und anderen Materialunregelmäßigkeiten und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung von Sicherheit und Qualität in der Produktion metallischer Bauteile.

Noch Fragen zur Rissprüfung

Ob sich Ihr Bauteil für die Induktionsthermografie eignet, lässt sich am schnellsten am konkreten Teil klären. Schicken Sie uns Ihre Anforderung: In unserem Prüflabor bewerten wir Ihre Bauteile, bevor Sie in eine Anlage investieren.

Kreisförmige Anordnung von bogenförmigen Segmenten mit Farbverlauf von Dunkelblau zu Gelb und Orange im Zentrum.

FAQ

Unsere häufig gestellten Fragen – einfach und schnell beantwortet.

Alle Fragen / Antworten

Wie zuverlässig erkennt das System auch feine Risse?

Kann das System in bestehende Produktionslinien integriert werden?

Welche Vorteile bietet die Induktionsthermografie gegenüber klassischen Prüfmethoden?

Für welche Bauteile und Branchen eignet sich das Verfahren?

Was ist Induktionsthermografie und wie funktioniert sie?